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18 Nov

Semestereröffnung: Auf dem „östlichen Weg“ in das Veranstaltungsjahr 2020/21

Anders… – das kennzeichnet in diesem Jahr wohl die allermeisten Veranstaltungen und Zusammenkünfte, wenn sie denn überhaupt stattfinden können. Sehr vieles musste in den letzten Monaten des vergangenen Semesters auch bei uns ersatzlos entfallen. Und deshalb haben wir uns besonders gefreut, das neue Jahresprogramm als Gäste im „Haus der Evangelischen Kirche“ vorstellen und eröffnen zu können – auch mit den unschönen Begleiterscheinungen von Pandemie-Schutzverordnungen - aber doch an einem gemeinsamen Ort, im Gespräch und mit Wiederbegegnungen.

Dr. Susanne Gabriel widmete ihren Eröffnungsvortrag „C. G. Jung und der östliche Weg“ - ganz im Sinne einer besonderen Würdigung des „Anderen“ – der Auseinandersetzung C.G. Jungs mit den östlichen spirituellen Wegen wie den indischen Upanischaden, dem Yoga, dem chinesischen Taoismus und dem Buddhismus, dem tibetischen tantrischen Buddhismus ebenso wie dem japanischen Zen Buddhismus. In einem von Geschichten und Jungschen Erinnerungen gespickten Lauf griff sie diese Zugänge zum Inneren auf, ausgehend von Jungs Schlüsselbegegnung mit dem „Geheimnis der goldenen Blüte“: Dieses taoistisch-alchemistische Traktat hatte sich ihm als ungeahnte Bestätigung seiner eigenen Gedanken über die Gegensatzstruktur der Psyche erwiesen und angetrieben, seine Theorie der Analytischen Psychologie als westliche Möglichkeit östlicher Spiritualitätserfahrung weiterzuentwickeln und zu vertiefen. (Den Vortragstext können Sie nachlesen unter der Rubrik „Texte und Einblicke“).

Die Lotusblüte, in der sich die Vereinigung der Gegensätze, des Bewussten und des Unbewussten, symbolisiert, haben wir für unser diesjähriges gedrucktes Semesterprogramm als Leitbild auf dem Deckblatt gewählt: Im Wurzelwerk fest im schlammigen Mutterboden verwachsen, schiebt sich der lange Stiel des Lotus durch das trübe Wasser nach oben, wo die reine und helle Blüte auf der Oberfläche schwimmt und die Sonne grüßt. Jung erblickte in der „goldenen Blüte“ das Mandala als ureigenstes Symbol des Selbst und als Weg zur Individuation.

In einem ganztägigen Seminar am Folgetag – diesmal als Gäste in der Hochschule für Medien und Kommunikation in der Kölner Südstadt - entfalteten Dr. Susanne Gabriel und Dr. Matthias Gabriel die Verbindungslinien zwischen „Östlichem Weg und Analytischer Psychologie“, indem sie die rund 30 Seminarteilnehmer*innen zu Tieftauchgängen in taoistische und buddhistische Formen, Bilder und Vorstellungen der Spiritualität einluden. Dabei stellten sie insbesondere die Frage in den Mittelpunkt, inwiefern C.G. Jung sie seiner eigenen Idee des Individuationsweges zum Selbst in einer „westlichen, extrovertierten Welt“ in der Theorie der Analytischen Psychologie anverwandelte.

Das neue Semesterprogramm der C.G. Jung-Gesellschaft Köln hält wie jedes Jahr eine Fülle von Seminaren, Vorträgen und Fortbildungen bereit, für Psychotherapeut*innen ebenso wie für offene Interessierte: lassen Sie sich in der Veranstaltungsübersicht anregen, seien Sie neugierig und fühlen Sie sich willkommen. Natürlich müssen und wollen auch wir die konkrete Umsetzung einer jeden Veranstaltung an das Infektionsgeschehen anpassen. Darüber informieren wir in der Geschäftsstelle persönlich und auch hier auf unserer Internetseite.

Gelesen 70 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 18 November 2020 12:56

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