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Seminar · Friedrich Nietzsche – Die Zerrissenheit der Zeit und die Zerstörung der Vernunft
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Referent: Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály
Dr. Matthias Gabriel (Moderation)
Kein Philosoph hat die Zerrissenheit unserer Zeit so radikal formuliert wie Friedrich Nietzsche. Diese Zerrissenheit ist die Signatur der Moderne. Alle Verhältnisse des Mittelalters »wurden unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse« (Marx, Engels). Der neu gewonnenen individuellen Freiheit stand eine immer fremder werdende Welt gegenüber.
Diese Widersprüche und die Einsamkeit der Moderne umkreiste Nietzsche mit seinen Freigeisterbüchern und suchte verzweifelt nach einem Ausweg. Da er die Ursachen der Krise der Moderne nicht in den bürgerlichen Klassenwidersprüchen erkannte, suchte er verzweifelt einen Ausweg in der »Umwertung aller Werte«. Was mit einem Angriff auf das verlogene Bild in der herrschenden Kultur von der Reinheit und Größe des alten Griechenlands begann, führte zu einem vernichtenden Feldzug gegen das Christentum und stellte schließlich die gesellschaftliche Moral insgesamt sowie die Vernunft als Grundlage des Menschseins in Frage.
Rettung versprach für ihn ein neuer Prophet, der Verkünder Zarathustra, mit seiner Lehre vom »Willen zur Macht«, der bedingungslosen Liebe zum Leben und der »Ewigen Wiederkehr«.
Im Seminar soll dem Denkweg Nietzsches, seinem Suchen, nach-gedacht werden.
Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály, Weimar, ist promovierter Philosoph und Lehrbeauftragter für Philosophie an den Universitäten Florenz, Kiel, Oldenburg, Bremen, Jena und Weimar. 1999 bis 2018 war er Leiter des Kollegs Friedrich Nietzsche, Weimar, 2019 bis 2022 Forschungsmitarbeiter an der Universität Jena. Seit 2018 ist er Leiter des Instituts in Gründung »Zukunft der Moderne«, Weimar.
Kölner Arbeitskreis für Philosophie und Analytische Psychologie, PH-2
Kostenbeitrag: 65,00 €
Anmeldung erforderlich
6 UStd.
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