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Reise: „Statt des Besitzes erlernt man den Bezug“ (R. M. Rilke). Begegnung, Beziehung, Liebe in Rilkes Werk – betrachtet vor dem Hintergrund der Analytischen Psychologie

Beginn:
Do., 13. Jun 2024, 14:00
Ende:
So., 16. Jun 2024, 13:00
Kurs-Nr.:
R-RB
Kostenbeitrag :
650,– (DZ), 700,– (EZ)
Zertifizierte Fortbildungspunkte:
27
Ort:
Das Seminar findet aus organisatorischen Gründen nicht statt, wir bitten um Verständnis.
15
Referent_in:

Beschreibung

Rainer Maria Rilke hat die Liebesbeziehung, auch in ihrem körperlich-sinnlichem Vollzug, sein Leben lang immer wieder neu gesucht. Ihm galten Liebe und Bezogensein als unmittelbarer Zugang zum Leben schlechthin. Die Begegnung mit einem Du bedeutete für ihn nicht nur Steigerung des eigenen Ich und Intensivierung von Erleben und Fühlen. Mehr noch: Über den Bezug zu einem personalen Gegenüber eröffnete sich für ihn der Zugang zur eigenen Vergangenheit, zu den Tiefen des einst Erlebten, das dann im Mitteilen (be-)greifbare Gestalt würde annehmen können. Erst mittels dieses Zugewandtseins zu einem Du kann, so Rilke, Selbst-Findung geschehen, kann das eigene Dasein „vollzählig“ und ganz werden.

Dass Liebe selten „rein und leicht“ in Erscheinung tritt, sondern mannigfaltig verstrickt ist in Aspekte des archetypischen Schattens – nicht zuletzt in den des „Haben-Wollens“ und des daraus erwachsenden Besitzdenkens – hat Rilke früh erkannt und als falsches und unzulängliches Verhältnis zur Wirklichkeit problematisiert. Liebe nicht als ein selbstverständliches Besitzverhältnis und schon gar nicht als anmaßender Übergriff, sondern als ein erst zu erlernendes, verlässliches Aufeinander-Bezogensein unter Wahrung der Eigenständigkeit und Andersheit des Gegenübers, darum gilt es zu ringen, um im lebendigen Bezug eine Gegenmacht zu errichten zu den verhängnisvollen Auswirkungen possessiven Denkens – nicht nur in der zwischenmenschlichen Liebe, im Privaten, sondern auch im öffentlichen Raum, in der Welt.

Rilkes kühner, auf Liebe gegründeter Dichtungsentwurf ist einer visionären, in der Liebe wie im Leben erfahrenen Welthaltung des Dichters verpflichtet. Entsprechend sind die Worte gerade des späten Rilke oft Ausdruck der Notwendigkeit eines verzichtbereiten Umlernens im Umgang mit den Dingen, die wir liebend er- und begreifen und aus unserer problematischen Verfügung freilassen sollen, vor allem die Erde („Erde, du liebe“, 9. Duineser Elegie). „Besitzen als besäße man nicht“ – auf diese Formel bringt ein namhafter Rilke-Kenner (Fülleborn) den paradoxen Appell, den Rilkes Werk aussendet.

Im Seminar soll anhand von Texten aus drei Jahrzehnten die skizzierte „Psychologie der Liebe“ bei Rilke, gerade auch im Hinblick auf ihre therapeutische Relevanz, kritisch gewürdigt werden. Es soll auch versucht werden, exemplarische Möglichkeiten des Freikommens von der possessiven Haltung anzusprechen.

Leider kann dieses Seminar zu dem genannten Zeitpunkt nicht stattfinden, wir bitten um Verständnis.

 


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